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Der neue Europass

Der Europass ist Nachfolger des Europasses Berufsbildung !

Von 2000 bis 2004 wurden von insgesamt 100.000 in Europa ausgegebenen Europässen allein 43.000 Europässe in Deutschland ausgegeben. Insbesondere in Deutschland hat der Europass Berufsbildung, das seit 2000 europaweit einheitliche „blaue Heft“ zur Dokumentation von Lernerfahrungen im Ausland, also großen Zuspruch erfahren. Nun hat der Europass Berufsbildung ausgedient und wird durch den Europass ersetzt. Dieser ist weit umfangreicher, steht einer größeren Zielgruppe zur Verfügung und soll von den EU-Bürgern so genutzt werden, dass er den Bedürfnissen und Vorstellungen jedes Einzelnen optimal entspricht. Neben Jugendlichen im Umfeld der Berufsbildung gehören nunmehr auch Lernaufenthalte im Ausland von Schülerinnen und Schülern aus allgemeinbildenden Schulen sowie Studierende und Erwachsene dazu. Das Ziel dieses neuen Europasses ist die Mobilität und Transparenz von Lern- und Arbeitserfahrungen in Europa durch umfassende Dokumentation zu fördern. Zugleich integriert sich der Europass gut in die Strategie des Lebenslanges Lernens der Europäischen Kommission, wie sich an den einzelnen Bestandteilen dieses Dokuments erkennen lässt.

Zum Europass gehören fünf Bestandteile, auch Transparenzinstrumente genannt. Alle zielen darauf ab, die gemachten Arbeits- und Lernerfahrungen einzelner Menschen möglichst umfassend zu dokumentieren und so eine Vergleichbarkeit von Qualifikationen und Fähigkeiten im europäischen Raum zu ermöglichen.

Jeder EU-Bürger kann für seine Bewerbung den Europass Lebenslauf und den Europass Sprachenpass erstellen und verwenden. Der Europass Mobilität dient der Beschreibung des konkreten Auslandsaufenthaltes mit seinen Inhalten, Zielen und seiner Dauer. Europass Zeugniserläuterungen und Europass Diplomzusatz zielen auf die Transparenz von Bildungsabschlüssen und sorgen für eine bessere Vergleichbarkeit von Schul- und Studienabschlüssen.

Eine kurze Vorstellung der einzelnen Transparenzinstrumente:

1. Europass Lebenslauf:       <<

Hier werden die im Lauf des Lebens erworbenen Qualifikationen und Fertigkeiten online eingetragen. Neue Qualifikationen können nachträglich eingepflegt und der Lebenslauf aktualisiert werden, um so ein möglichst vollständiges Profil bei Bewerbungen präsentieren zu können. Eingetragen werden können auch Informationen zu Sprachkenntnissen sowie die Einschätzung der eigenen Sprachkenntnisse auf bestimmten Niveaus. Darüber hinaus ist auch Platz für weitere Fähigkeiten sowie für Erfahrungen des informellen Lernens.

Der Europass Lebenslauf kann mit den anderen Europass Dokumenten sowie mit weiteren persönlichen Dokumenten (Zeugnissen, Nachweisen, etc.) verlinkt werden.

Die Vorlage für den Europass Lebenslauf gibt es unter www.europass-info.de. Auch kann der Europass Lebenslauf in weiteren EU-Sprachen heruntergeladen werden unter www.europass.cedefop.eu.int.

2. Europass Mobilität:       <<

Dieses Dokument ersetzt den Europass Berufsbildung. Hier werden Ziel, Dauer und Inhalt des Auslandsaufenthaltes genau eingetragen und von der im Ausland aufnehmenden Einrichtung bescheinigt. Neu ist, dass hier Lernerfahrungen jeder Art, jeden Niveaus, jeder Zielsetzung und jeder Person - sofern sie im EU-Ausland erworben wurden - dokumentiert werden können.

3. Europass Sprachenpass:       <<

Den Europass Sprachpass füllt der Inhaber selbst aus und dokumentiert darin das Niveau der eigenen Sprachkenntnisse. Die beiliegende Vorlage hilft, den eigenen Stand zu aktualisieren und die Sprachkenntnisse anhand europaweit einheitlicher Kriterien selbst einzuschätzen und vergleichbar zu machen.

4. Europass Zeugniserläuterungen:       <<

Mittels der Zeugniserläuterungen werden die Ausbildungsstandards einzelner Berufe in den EU-Mitgliedsstaaten erklärt. Hier wird beschrieben, welche Qualifikationen, Fertigkeiten und Kenntnisse im Rahmen der Berufsausbildung gesammelt werden. Außerdem werden Angaben zu Dauer, Art und Niveau der Ausbildung gemacht. Weiter werden mögliche Einsatzbereiche und Branchen erklärt, für die die Berufsausbildung qualifiziert.

Die Zeugniserläuterungen zielen auf die Transparenz von beruflichen Abschlusszeugnissen ab. Dank ihnen werden Bewerbungen ins Ausland unterstützt und erleichtert.
Erstellt wird die Europass Zeugniserläuterung von den im jeweiligen EU-Mitgliedstaat zuständigen Behörden.

5. Europass Diplomzusatz:       <<

Der Europass Diplomzusatz dient dem besseren Verständnis und der Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen im Hochschulbereich.
Er sorgt dafür, dass auch in einem anderen Land die Art, das Niveau, sowie Kontext, Inhalt und Status des jeweiligen Studiengangs nachvollzogen werden können.
Dazu beschreibt er den Studiengang, den die jeweilige Person absolviert und erfolgreich abgeschlossen hat.
Ausgestellt wird der Europass Diplomzusatz in jedem Mitgliedstaat von der Hochschule bzw. Universität, die das Originaldiplom vergibt.



Der Europass Mobilität kann ab sofort in elektronischer sowie in Papierform beantragt werden. Anlaufstelle dafür ist die InWEnt Bonn als Nationales Europass Center (NEC).

Hier können sich entsendende Einrichtungen von Mobilitätsprojekten mit Hilfe ihrer Projektnummer – oder anderenfalls mithilfe einiger Angaben zum Projekt – für den Erhalt des Europasses registrieren lassen. Weitere Infos zum Europass gibt es unter www.europass-info.de oder europaweit unter www.europass.cedefop.eu.int .

 

Info-Box:
www.europass-info.de
www.europass.cedefop.europa.eu